Hautkrankheiten beim Pferd – wenn Mineralstoffmängel die Ursache sind

In meiner Arbeit mit Pferden begegnen mir Hautprobleme sehr häufig. Mauke, Juckreiz, Sommerekzem, Schuppen oder ein stumpfes Fell werden oft zuerst äußerlich behandelt – mit Salben, Waschlotionen oder Sprays. In vielen Fällen zeigt sich jedoch: Die eigentliche Ursache liegt im Inneren des Pferdes.

Eine gesunde Haut ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis eines funktionierenden Stoffwechsels, einer stabilen Darmgesundheit und einer bedarfsgerechten Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen.


Typische Hautprobleme, die ich in der Praxis sehe

Viele Pferde zeigen unter anderem:

  • Juckreiz und starkes Scheuern

  • Schuppen oder Krustenbildung

  • kahle Stellen oder verzögerten Fellwechsel

  • Mauke

  • schlecht heilende Hautverletzungen

Die Ursachen sind meist nicht eindimensional. Neben Umweltfaktoren, Parasiten oder Infektionen spielen Fütterung, Mineralstoffversorgung und Stoffwechselbelastungen eine entscheidende Rolle.


Warum Mineralstoffe für die Haut so wichtig sind

Zink – einer der häufigsten Engpässe

Zink ist für die Hauterneuerung, die Wundheilung und das Immunsystem unverzichtbar. In der Praxis sehe ich bei Zinkmangel häufig:

  • Mauke

  • schuppige oder entzündete Haut

  • schlecht heilende Wunden

  • Haarausfall

Ein Problem dabei: Viele Rationen enthalten viel Eisen, das die Zinkaufnahme im Darm blockieren kann – selbst dann, wenn Zink zugefüttert wird.


Kupfer – wichtig für Fellfarbe und Hautstabilität

Kupfer ist unter anderem für die Pigmentierung und die Stabilität von Haut und Bindegewebe wichtig. Ein Mangel kann sich durch:

  • ausgebleichtes Fell

  • empfindliche, dünne Haut
    zeigen.
    Hier ist eine ausgewogene Versorgung entscheidend, denn auch ein Überschuss kann Probleme verursachen.


Selen – notwendig, aber mit Vorsicht

Selen unterstützt den Zellschutz und das Immunsystem. Ein Mangel kann zu stumpfem Fell und erhöhter Infektanfälligkeit führen.
Gleichzeitig gilt: Selen darf niemals unkontrolliert ergänzt werden, da es in höheren Mengen toxisch wirkt.


Biotin und Aminosäuren

Biotin sowie schwefelhaltige Aminosäuren sind wichtige Bausteine für Haut, Fell und Hufe. Eine Unterversorgung zeigt sich oft durch:

  • schuppige Haut

  • schlechten Fellwechsel

  • brüchiges Haar

Die Wirkung einer gezielten Versorgung zeigt sich erst nach mehreren Wochen – Geduld ist hier wichtig.


Hauterkrankungen mit engem Bezug zur Fütterung

Sommerekzem
Beim Sommerekzem handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems. In meiner Beratung sehe ich häufig Zusammenhänge mit:

  • Zinkmangel

  • einer gestörten Darmflora

  • hohen Zucker- und Stärkeanteilen im Futter

Mauke
Mauke entsteht nicht nur durch Nässe. Sehr oft spielen mit hinein:

  • Spurenelementmängel

  • ein geschwächtes Immunsystem

  • eine Überlastung von Leber und Stoffwechsel


Darm und Leber – der Schlüssel zur Hautgesundheit

Selbst die beste Mineralstoffversorgung hilft wenig, wenn:

  • der Darm Nährstoffe nicht richtig aufnehmen kann

  • die Leber als zentrales Stoffwechselorgan überlastet ist

Dann kommen die Mineralstoffe schlicht nicht dort an, wo sie gebraucht werden – in der Haut.


Mein Fazit

Hautprobleme sind häufig ein Warnsignal des Körpers. Eine individuelle, bedarfsgerechte Fütterung und Mineralstoffversorgung ist ein zentraler Baustein für gesunde Haut, ein stabiles Immunsystem und langfristiges Wohlbefinden.

Statt nur Symptome zu behandeln, lohnt sich der Blick auf die Ursachen.