Fütterung

Fütterung 2018-06-22T10:02:48+00:00

Fütterungsvorschläge für eine artgerechte Ernährung des Pferdes

Allgemeine Hinweise zur artgerechten Ernährung des Pferdes:

Achten Sie stets auf einwandfreie hygienische Qualität aller Futtermittel. In der Praxis wird leider immer wieder Grundfutter eingesetzt, das hygienisch nicht einwandfrei ist (Schimmel, Bakterien etc.). Dies kann zu schweren gesundheitlichen Einschränkungen wie Koliken, Leberbelastungen, Atemwegsproblemen und Leistungseinschränkungen des Pferdes führen.

Grundfutter sollte immer auf mind. 3 Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt werden, da Pferde von Natur aus Dauerfresser sind und ihr gesamter Organismus darauf ausgelegt ist, mind. 18 h pro Tag Nahrung aufzunehmen. Längere Hungerphasen führen zu gesundheitlichen Belastungen des Pferdes. Deshalb Heu auf mind. 3 Mahlzeiten pro Tag aufteilen und stets zur Nacht die größte Heumenge anbieten. Mengenzuteilung Heu: Morgens ¼ der täglichen Heumenge, Mittags ¼ der täglichen Heumenge, abends ½ der täglichen Heumenge.

Schätzen Sie die Futtermenge nicht, sondern wiegen Sie diese nach! So wissen Sie, wie viel Ihr Pferd bekommt und wie viel Sie füttern sollten.

Beim Kraftfutter heißt es: weniger ist mehr. Überfüttern Sie Ihr Pferd nicht mit Kohlenhydraten, sondern achten Sie auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rauhfutter und Kraftfutter.

Kraftfutter mind. auf 2 Mahlzeiten pro Tag verteilen, bei Mengen von über 2 kg pro Tag sind mind. 3 Kraftfuttermahlzeiten notwendig.

Während der Turniersaison eignen sich für Springpferde, die mittlere bis schwere Arbeit leisten müssen zusätzlich hochaufgeschlossene Energiekonzentrate um schnell verfügbare Energie zur Verfügung zu stellen.

Im Sommer sind Sportpferde bei zu hoher Grasaufnahme oft nicht ausreichend leistungsfähig. Eine gute Alternative ist deshalb den Weidegang je nach Grasangebot auf max. 3 – 4 h pro Tag einzuschränken und zusätzlich Bewegung und Sozialkontakt auf einem Sandpaddock anzubieten. Dort kann bei Bedarf Heu zugefüttert werden.

Während des Fellwechsels empfehlen wir die Dosierung von AntiOx um 20 g pro Tag zu erhöhen.

Gerne stehen wir Ihnen für Fragen zur Verfügung.

Der Verdauungstrakt des Pferdes ist wie beim Wiederkäuer auf die Verwertung von pflanzlichen Futter ausgerichtet. Die überwiegende mikrobielle Tätigkeit vollzieht sich in den voluminösen Darmbereichen des Blind- und Grimmdarms (Dickdarm). Der Verdauungsablauf wird durch die Verweildauer in den betreffenden Darmbereichen bestimmt.

Maul und Zähne
Das Pferd nimmt mit den Lippen, den Zähnen und der Zunge das Futter auf. Das Futter wird mittels der Schneidezähne abgebissen und mit den Backenzähnen zermahlen. Eine gute Zerkleinerung der Nahrung ist sehr wichtig, da die Rohfaser den Dünndarmbereich passieren muß, bevor die Rohfaserverdauung im Blinddarm (Dickdarm) statt finden kann. Durch die ausgeprägte Kautätigkeit, wird der Speichelfluß angeregt. Dieser durchfeuchtet den Futterbrei und reguliert zudem den pH-Wert im Magen. Der Speisebrei wird pH-neutraler und somit die mikrobielle Umsetzung vor dem Mageneingang begünstigt. Bei der Aufnahme von 1 kg Heu werden rund 4 Liter Speichel gebildet dagegen bildet sich beim kauen von 1 kg Kraftfutter nur 1 Liter. Viel Speichel ist aber Voraussetzung für eine effektvolle Verdauung und für die Magengesundheit. Hier wird also die Forderung der artgerechten Fütterung an eine tägliche Heumenge von 1,5 – 2 % des Körpergewichtes des Pferdes deutlich. Auch der Magen gibt genügend Grund, die Wichtigkeit der Grundfütterung zu belegen.

Magen
Der relativ kleine Magen des Pferdes besitzt einen drüsenlosen und einen drüsenhaltigen Bereich. Im drüsenlosen Teil des Magens werden die leicht verfügbaren Kohlenhydrate, Fette und Proteine zu kurzkettigen Fettsäuren und Ammoniak abgebaut. Im drüsenhaltigen Magenteil wird durch die Magenbewegung der Magensaft und Futterbrei gemischt. Der Magensaft enthält Salzsäure und Pepsin. Die Salzsäure dient zur Absenkung des pH-Wertes, das Pepsin zur Eiweißspaltung. Der Magen bildet ständig Magensäure, da schließlich das Pferd unter natürlichen Bedingungen  „ständig“ (mind. 18 h am Tag) frisst. Deshalb kommt es unweigerlich zu einer Übersäuerung des Magens, wenn Fresspausen von mehr als ca. 4 h unter Praxisbedingungen auftreten. Diese Übersäuerung „greift“ die Magenschleimhäute an und die Gefahr von Magengeschwüren nimmt zu. Diese physiologischen Besonderheiten des Pferdes verlangen mehrere Heumahlzeiten pro Tag, um möglichst lange Futterpausen zu vermeiden. Der beim Fressen gebildete Speichel enthält nämlich Bikarbonate, die die Magensäure abpuffern. Der gute Verdauungsablauf wird von anderen Stoffen zusätzlich gesichert.

Dünndarm
Der Dünndarm besteht anatomisch aus dem Zwölffingerdarm, dem Leerdarm und dem Hüftdarm. Im Zwölffingerdarm ist ein wichtiger Darmabschnitt. Hier werden dem Nahrungsbrei die Enzyme der Bauchspeicheldrüse und die Galle aus der Leber beigemischt. Pferde haben keine Gallenblase, der Gallensaft wird direkt aus den Leberzellen über die Gallengänge zum Zwölffingerdarm geleitet. Die Fettverdauung wird durch die Gallenflüssigkeit eingeleitet. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse spalten die Fette in Glycerin und Fettsäuren, die Proteine in Aminosäuren und Stärke in Zucker. Bicarbonat und Alkalien aus den Sekreten der Pankreas (Bauchspeicheldrüse), bringen den Futterbrei in einen neutralen pH – Bereich. In diesem Dünndarmabschnitt werden Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine resorbiert. Der Dünndarm ist also der Ort, wo vor allem das Getreide enzymatisch verwertet wird. Hier verweilt der Verdauungsbrei lediglich für ca. 1,5 h und muss somit schnell verdaut werden. Ein Grund dafür, weshalb Hafer in unbehandelter Form für das Pferd so bekömmlich ist. Schließlich kann es ohne große Verluste von den Verdauungsenzymen des Dünndarm verdaut werden. Hingegen können Mais und Gerste nur schwer in der kurzen Zeit von den Verdauungsenzymen des Dünndarms verdaut werden. Lediglich ca. 25 – 50 % der „ankommenden“ Gerste und Mais können hier verdaut werden. Der Rest der unverdauten Stärke rutscht in den Dickdarm und kann dort zu Fehlgärungen führen. Lediglich hydrothermisch aufgeschlossene Mais- und Gersteflocken können im Dünndarm ausgenutzt werden.

Dickdarm
Der Blinddarm und der größte Teil des Grimmdarms wirken als ,, Gärkammer“. Durch eine Vielzahl von Bakterien und Protozoen wird die „Rohfaser“ zu Fettsäuren abgebaut, die vom Körper energetisch genutzt werden können. Im Grimmdarm und Mastdarm findet die Resorption des Wassers statt, der Nahrungsbrei wird eingedickt. Im Grimmdarm wird der Kot geformt und in den Mastdarm abgegeben. Die Konsistenz des Kotes gibt Aufschluß über Verdauungsablauf und Gesundheitszustand des Pferdes. Erstrebenswert ist ein gut geformter glänzender Kot von grünbraungelber Farbe und nicht unangenehmen Geruch. Auch für einen optimalen Verdauungsablauf im Dickdarm ist qualitativ gutes Heu die wichtigste Grundlage. Besonders Lignin-haltige Nahrung (Lignin=Holzfaser) in Form von verholztem Heu oder zu viel Stroh kann zu erheblichen Störungen des Dickdarms führen. Die gesamte Gesunderhaltung und Leistungsbereitschaft (Rittigkeit) des Pferdes wird somit einbeschränkt.
( Tierheilpraktiker Armin Keller)

Als Resultat für die Praxis bedeutet dies:

mind. 3 Heumahlzeiten pro Tag und zur Nacht die größte Heumenge anbieten.

– stets Heu vor dem Krippenfutter zu füttern (Pferde sollten mind. 15 Minuten Heu fressen können bevor das Krippenfutter gegeben wird), denn nur so ist der Verdauungsapparat optimal auf den Nahrungsbrei vorbereitet und kann gut und aufgelockert verdaut werden.

Heu – die Grundlage der Pferdefütterung

Heu ist seit jeher die gesunde Grundlage der Pferdefütterung. Es liefert jede Menge Rohfaser, um die Darmflora intakt zu halten und zusätzlich einen guten Grundstock an lang anhaltender  Energie. Heu sorgt für eine rege Kautätigkeit, wichtig für eine gute Verdauung. Aber auch als stundenlange Beschäftigung ist das Kauen von Heu ideal. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass auch bei der Heufütterung nicht nur zwei, sondern mehrere Gaben pro Tag empfehlenswert sind. Die größte Gabe an Heu soll dabei möglichst zur Nacht erfolgen. Die Stoffwechselentlastung, die durch die positive Wirkung von Heu auftritt, ist ein weiterer wichtiger Grund Pferde jeglicher Leistungsrichtung stets ausreichend mit Heu zu versorgen. Heu ist also wirklich eine gesunde Grundlage, solange eine gute Heuqualität vorliegt. Wie erkennt man jedoch, ob Heu gut ist oder nicht? Mit einer Sinnenprüfung kann man das Heu beurteilen:

Farbe:

  • Grün » gutes Heu
  • Gelblich, blass » altes Heu, späte Ernte, verregnet
  • Gräulicher Belag » Schimmel, Vorsicht!
  • Bräunlich » Überhitzt bei der Lagerung
 Geruch:
  • Frisch duftend » gutes Heu
  • Faulig, muffig » Schimmel, Vorsicht!
  • Brandig » Überhitzt bei der Lagerung

Anfassen:

  • weich » blattreich, stengelarm, weniger Rohfaser
  • rau, strukturiert » stengelreich, blattarm, hoher Rohfaseranteil

Verunreinigungen mit Stroh, Erde oder Mist haben im Heu nichts verloren. Auch stauben sollte Heu beim Aufschütteln kaum, denn dies ist ein Hinweis auf Schimmelpilze.

Über den Nährstoffgehalt kann man ganz generell folgendes feststellen:
Je länger und härter die Halme sind, desto höher ist der Rohfasergehalt und umso geringer ist der Energie- und Eiweißgehalt.

Der optimale Erntezeitpunkt ist immer abhängig vom Einsatzbereich. Soll Heu hauptsächlich an Zuchtstuten, Fohlen oder alte Pferde gefüttert werden, so ist früh geerntetes Heu empfehlenswert. Für Reitpferde eignet sich am besten Heu, das Mitte bis Ende der Blüte geerntet wird. Pferde die abnehmen sollen sind gut mit spät geerntetem Heu bedient, da dies weniger Eiweiß und Energie enthält. Man sollte jedoch nie vergessen, dass sehr spät geerntetes Heu den Darm oft überlasten kann. Also zu stark verholztes Heu vermeiden.

Bei der Futtermenge heißt es 1,5 – 2 % des Körpergewicht pro Tag. Auch für Sportpferde sollte eine ausreichende Heugabe gesichert werden, um Störungen des Verdauungstraktes zu vermeiden.

Was tun bei Heustauballergie?

Bei Heustauballergikern ist es empfehlenswert nasses Heu zu füttern. Lassen Sie jedoch das Heu nicht länger als 5 bis 10 Minuten im Wasser liegen, da es ansonsten zu Nährstoffverlusten kommt.

Noch ein Tipp zur Fütterungstechnik:

Immer zuerst Heu und nach ca. 15 Minuten das Kraftfutter füttern, so wird der Verdauungsvorgang optimiert und Verdauungsprobleme wie Koliken, Magengeschwüre etc. vorgebeugt.
Wichtig ist, dass Pferde nicht zulange ohne Nahrung sind, denn der Verdauungsapparat des Pferdes ist auf eine ständige Nahrungszufuhr angewiesen. Tagsüber sollten Pferde nicht länger als 4 Stunden ohne Nahrung sein. Auch die nächtliche Futteraufnahmepause sollte wenn irgendwie möglich nicht länger als 5 Stunden dauern. Hilfreich dabei ist die Angabe, dass Großpferde für die 1 kg Heu ca. 40  bis 60 min benötigen. Also die Hauptmenge des Heus zur Nacht geben. (Artikel von Dr. Heike Maroske)

Hafer – das Gold der Pferdefütterung wird zu Unrecht verteufelt!

Mythen, Unwissenheiten und Vorurteile all das umgibt in heutiger Zeit das Thema Haferfütterung. Der Ruf von Hafer ist ramponiert und die „Modeerscheinung“ Müsli ohne Hafer, das toll duftet ist zum Renner geworden.

Nachfolgend stellen wir Ihnen informative und kritische Artikel zu weiteren Zusätzen der artgrechten Pferdefütterung vor:

1.)   Die Verfütterung von Ölen

In der Praxis wird Öl entweder für energiereichere Rationen, oder aber glänzendes Fell ins Futter gegeben. Zu oft wird dabei der Fehler begangen, billiges raffiniertes Öl zu verwenden. Solche raffinerierten Öle werden durch benzinhaltige Lösungsmittel und durch starkes Erhitzen hergestellt. Diese Öle sind für Pferde schwerstverdaulich und das Risiko einer bleibenden Leberschädigung ist gegeben. Gerade in der Winterfütterung ist es wichtig, genügend essentielle Fettsäuren, über das Futter anzubieten. Im Sommer bei Weidegang ist dieser Bedarf über das Gras gesichert.

Bei der Wahl des geeigneten Öles ist jedoch nicht nur die richtige Ölsorte von großer Bedeutung. Man sollte auch darauf achten, dass dieses Öl kaltgepresst ist. In einem für Pferde günstigen kaltgepressten Öl ist das Mengenverhältnis der einzelnen, ungesättigten Fettsäuren untereinander hervorzuheben! Diese wichtigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind Linol-Säure (Omega-6 Fettsäure) und Linolen–Säure (Omega-3 Fettsäure). Sie sollen stets in einem optimalem Verhältnis zueinander stehen. Sonnenblumenöl ist wegen einem geringen Linolen- Säuregehalt nicht zu empfehlen. Dagegen sind kaltgepresste Leinöle in Lebensmittel-Qualität als Zusätze für den Stoffwechsel ideal! Diese Leinöle in Lebensmittel- Qualität werden ständig auf Qualität geprüft. Dazu sollte man wissen, dass Leinsaat oftmals mit Klärschlamm gedüngt wird, in dem sich große Mengen an Cadmium befinden. Dieses Schwermetall wird von der Pflanze aufgenommen, diese werden dann in der Leber gespeichert, und die Leber kann Ihre körperentgiftende Aufgabe nur noch teilweise erfüllen. Es entsteht eine Stoffwechselentgleisung mit einem schleichendem Charakter. Kaltgepresste Leinöle in Lebensmittel- Qualität enthalten Vit E und nicht zu vergessen wertvolle Omega-3 Fettsäuren. Alpha-Tocopherole sind die Untergruppe des natürlichen Vit E und haben nachweislich den höchsten biologischen Wirkungsfaktor in Bezug auf Muskulatur, Ausdauer und Kraft. Alpha- Tocopherole können die Muskelzellen vor Sauerstoffradikalen, welche die Zellmebran schädigen, teilweise schützen. Dabei werden sie selbst verbraucht und sollten somit sinnvoll und in ausreichender Menge zugeführte werden. Die täglichen Futtermengen an Leinöl kommen ganz auf die Größe und Leistungsbereitschaft es Pferdes an. Großpferden reichen bereits 50  – 100 ml pro Tag, um die Fütterung auf natürliche Weise aufzuwerten. Leistungspferde können von energiereichen und eiweißfreiem „Brennstoff“ Öl bis zu 300 ml pro Tag bekommen, um die Ration mit Energie anzureichern. Wichtig ist jedoch Öl langsam anzufüttern, da sich der Magen-Darm-Trakt erst langsam an das Öl gewöhnen muss. Dabei stets die Kotbeschaffenheit im Auge behalten. Kommt es zu Durchfall oder wir der Kot zu weich, umgehend Ölmenge reduzieren.

Maisfütterung bei Pferden

Mais wurde seit Jahrzehnten in verschiedenen Formen gefüttert, oftmals entweder gebrochen oder mit Dampf geflockt. Traditionell ist es wegen seiner einfachen Verfügbarkeit, niedrigen Kosten und hohem Kaloriengehalt  ein beliebtes Futtermittelbestandteil. Dampfgeflockter Mais wurde oft mit Hafer und Gerste kombiniert und dann mit Melasse beschichtet, um ein Futter herzustellen, das einige Pferdebesitzer heute noch füttern. Die moderne Maisverarbeitung schließt Extrusion ein und ist manchmal gemahlen, so dass sie mit anderen Bestandteilen vermischt werden kann, um es dann zu pelletieren.

Heutzutage ist Mais jedoch aus einer Reihe von Gründen eine weniger häufige Futterzusammensetzung für Pferde, da die Fütterung von zu viel  Stärke negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.

Stärkegehalt
Fütterungen mit hohem Stärkegehalt führen zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels. Dies kann negative gesundheitliche Konsequenzen für Pferde mit Insulinresistenz und anderen Erkrankungen haben, die eine Diät mit wenig strukturellen Kohlenhydraten (NSC) erfordern, wie z. B. Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM). Es ist auch möglich, dass das Füttern von hohen Stärkegehalten das Risiko erhöht, Insulinresistenz und Equines metabolisches Syndrom im späteren Leben zu entwickeln.
Ein weiteres Problem bei der Fütterung von Futtermitteln mit hohem Stärkegehalt besteht darin, dass die Stärke, wenn sie vor dem Verlassen des Dünndarms nicht verdaut und resorbiert wird, in den Dickdarm eindringt, wo sie die mikrobielle Fermentation unterbrechen könnte. Dies hat negative Implikationen für die Futterverwertung und kann das Risiko von Koliken, Azidose und möglicherweise Hufrehe erhöhen.

Diese Bedenken gelten für alle Stärkequellen, die traditionell an Pferde gefüttert werden. Da Mais jedoch mehr Stärke (etwa 65%) als Hafer (etwa 40%), Gerste (etwa 55%) und Weizen (etwa 60%) enthält, wird er nicht so häufig bei der Pferdefütterung eingesetzt.

Verdaulichkeit
Außerdem ist Maisstärke in seinem natürlichen Zustand im Dünndarm des Pferdes nicht besonders verdaulich, während die Gesamtverdaulichkeit von Stärken aus anderem Getreide unabhängig von der Verarbeitung nahezu 100% beträgt. Die chemische Struktur von Mais ist auch komplexer als bei anderen Getreide und macht die Verdauung schwieriger. Infolgedessen werden nur etwa 30% Maisstärke im Dünndarm verdaut, wenn ganzer oder gebrochener Mais gefüttert wird. Das Mahlen vor der Fütterung kann diese Zahl auf 60 bis 80% erhöhen, ist jedoch immer noch niedriger als die 97 bis 99% der gemahlenen Haferstärke..

Mechanisch verarbeitender Mais bricht die Makrostruktur seiner Stärkekörner auseinander und zerstört in einigen Fällen die Struktur der Stärke insgesamt. Dies führt zu einer größeren Oberfläche und einer größeren Exposition der Granula gegenüber Verdauungsenzymen. Das Mahlen und Zerkleinern von Mais bringt nicht viel mehr als wenn es vom Pferd gekaut wird und führt daher nicht zu einer starken Verbesserung der Stärkeverdaulichkeit.
Die Durchflussrate durch den Verdauungstrakt beeinflusst auch die Verdaulichkeit, wobei sich kleinere Teilchen schneller bewegen als größere. Je schneller die Durchgangsrate ist, desto weniger Zeit gibt es für Verdauungsenzyme, um die Futterpartikeln zu spalten, und desto geringer ist die Verdaulichkeit. Es muss also ein Gleichgewicht zwischen der Verbesserung der Stärkeverdaulichkeit durch Mahlen von Getreide und der Verringerung der potentiellen Verdaulichkeit durch Erhöhung der Durchlaufzeit bestehen.
Dampfbehandlung und Extrusion können die Verdaulichkeit des Mais erhöhen. Die mit diesen Verarbeitungsmethoden einhergehende Erwärmung zerstört sowohl die Makrostruktur des Korns als auch die Struktur der Stärke. Das an diesen Prozessen beteiligte Wasser stört die Kristallstruktur des Stärke-Moleküls, was zu einer Gelatinierung der Stärke führt. Gelatinierte Stärke ist löslicher und ihre Anfälligkeit für Enzymangriffe ist ebenfalls erhöht, was sie verdaulicher macht. Der Vorteil der größeren Partikelgröße, die mit dampfgeblasenem und extrudiertem Mais in Verbindung gebracht wird, ist, dass die Durchgangsgeschwindigkeit nicht erhöht wird.

Ein letzter Hinweis: Abgesehen von der Futterverarbeitung wirkt sich die Mahlzeitgröße auch auf die Verweildauer aus, wobei größere Futtermengen aus dem Magen entleert werden und sich Partikel schneller durch den Dünndarm bewegen als kleinere Mahlzeiten. Daher sollten Futtermittel mit hoher Stärke im Laufe des Tages in zahlreichen kleinen Mahlzeiten gefüttert werden.
Einige Untersuchungen legen nahe, dass Stärke aus gemahlenem Mais nicht mehr als 3,5 bis 4 Gramm Stärke pro Kilogramm Körpergewicht gefüttert werden sollte, also 1,750 bis 2000 Gramm für ein 500 Kilogramm schweres Pferd – pro Einzelmahlzeit. Der National Research Council empfiehlt, Stärke aus jeder Quelle auf nicht mehr als 0,2 bis 0,4% Körpergewicht pro Tag in die Pferdefütterung einzubringen.

Fazit
Die Verdaulichkeit von Mais in seiner nativen Form ist niedriger als bei anderen Getreidearten. Die Verarbeitung mit Wärme und Dampf und / oder Mahlen kann jedoch die Verdaulichkeit erheblich verbessern. Als solche verwenden die meisten Futtermittelhersteller diese Verarbeitungstechniken, um die Verdaulichkeit von Mais in ihren Produkten zu verbessern.
Als Besitzer können Sie auch helfen, die Stärkeverdaulichkeit  durch sorgfältiges Fütterungsmanagement und einen Fütterungsplan zu verbessern, der mehrere kleine Mahlzeiten im Laufe des Tages ermöglicht, um die Stärkezufuhr auf oder unter den empfohlenen Werten zu halten.
Mit diesen Maßnahmen kann Mais eine wertvolle Kalorienquelle für Pferde bei schwerer Arbeit sein, die in ihrer Fütterung leicht verfügbare Kohlenhydrate benötigen.